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Vom Musikzimmer in die Clubszene

Markus Schnellinger alias Marcus Cito aus Oberösterreich konkurriert mit seinen „nicen” Beats auf Spotify mit internationalen Größen.

Marcus Cito

Markus Schnellinger alias Marcus Cito aus Oberösterreich konkurriert mit seinen „nicen” Beats auf Spotify mit internationalen Größen. In seinem Mini-Studio, wie er es selbst bezeichnet, produziert der 20-Jährige seine eigenen Tracks unter anderem auch gemeinsam mit Rene Rodrigezz. Sein Können beweist der aufstrebende DJ regelmäßig im Wildwechsel in Wels.

Wie kam es dazu, dass du heute als DJ auflegst?

Mit dem DJing habe ich erst kurz vor Corona angefangen. Damals war ich noch 17. Aber Musik per se produziere ich eigentlich schon weitaus länger. Alles begann mit einem Schulprojekt, wo ich unter anderem den Audioschnitt übernahm. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich später meine ersten Lieder selbst veröffentlichte. Dadurch wurde dann irgendwie eine Kettenreaktion ausgelöst und auf einmal nannten mich alle DJ, obwohl ich mit dem DJing selbst anfänglich nicht viel am Hut hatte. Mein Bruder war dann derjenige, der spaßhalber den Chef vom Wildwechsel in Wels ansprach und meinte, dass ich mal im Club auflegen sollte. Ungefähr zwei Monate später, wo ich schon dachte, dass sich sowieso keiner mehr melden wird, rief mich der Chef an. Seitdem bin ich regelmäßig am Wochenende im Wildwechsel anzutreffen.

Welchem Genre würdest du deine Musik zuordnen?

Es ist in Wahrheit nichts anderes wie House Music, also konkret könnte man Deep House oder Tech House sagen. Beispielsweise das, was in den Beachclubs in Ibiza läuft. Die Musikrichtung ist aber in Österreich noch nicht so etabliert, deshalb lege ich hauptsächlich in Clubs, wie dem Wildwechsel in Wels, auf. Dort wurde auch schon immer die Musik gespielt, die ich selbst produziere. Umso cooler ist es deshalb für mich, dass ich da die Möglichkeit habe, meine eigenen Tracks zu spielen. Als DJ oder Musikproduzent gibt es außerdem keine größere Bestätigung, wenn die Leute bei den eigenen Kreationen genauso weiter tanzen wie zuvor.

Wer ist dein musikalisches Vorbild?

Naja, mit Vorbildern ist das immer so eine Sache, denn ich möchte schließlich niemanden kopieren und das passiert wirklich schneller, als man glaubt. Rein vom Sound horche ich persönlich Disclosure sehr gerne. Als Inspiration dienen mir zusätzlich Underground-DJs, die wahrscheinlich nicht jeder kennt. Um ehrlich zu sein, mache ich da tatsächlich einfach mein Ego-Ding daraus. (lacht)

Du kreierst bereits deine eigenen Tracks. Gibt es eine Single, auf die du besonders stolz bist?

Meine letzte Single „Medicine” hat zum Beispiel extrem viel Support bei Spotify bekommen und ist unter anderem in den größten Playlists in dem Genre dabei. Das ist natürlich schon cool, wenn sozusagen die Lieder, die in einem Mini-Studio in Oberösterreich von einem 20-Jährigen produziert worden sind, mit denen von großen internationalen Künstlern konkurrieren. Eigentlich sage ich immer, dass das nicht so kitschig ist, wie alle Künstler stets erzählen, aber diese Nummer habe ich wirklich um 10 Uhr abends innerhalb einer dreiviertel Stunde produziert.

Wie schwer ist es, sich als junger Künstler in dieser Branche zu etablieren?

Das Problem ist heute nicht mehr die Musik, denn wenn es um Sound oder Qualität geht, ist lediglich enorm viel Übung und Dedication gefragt. Immerhin ist die Technik schon so weit fortgeschritten, dass die Produktion keine große Zauberkunst mehr ist. Was ich aber jetzt erst richtig zu spüren bekomme, ist, dass das DJing genauso ein Wirtschaftszweig ist, wo Leute Geld verdienen wollen. Das bedeutet gleichzeitig, dass nicht alle automatisch deine Freunde sind, nur weil sie gerade nett zu dir sind. Das musste ich auch erst einmal lernen. Als 20-Jähriger darf man sich keinesfalls unterkriegen lassen, weil man sonst schnell ausgenutzt wird. In dieser Branche wird eben nicht ständig darauf geachtet, dass alles vernünftig und nach rechten Dingen abläuft.

Was würdest du Musik-Fans raten, die mit dem Gedanken spielen, sich als DJ auszuprobieren?

Grundsätzlich würde ich allen raten, einfach damit anzufangen. Das DJing wird immer wieder überschätzt und die Technik dahinter ist wirklich nicht schwierig. Wenn man aber Popularität erlangen will, geht der Weg nur über die eigene Musik und deshalb ist es empfehlenswert, den Fokus auf eigene Song-Kreationen zu legen. Gerade am Anfang sollte man sich außerdem auf keinen Fall zu einem permanenten Label-Deal hinreißen lassen. In drei Jahren kann sich viel ändern und besonders die, die noch keinen großen Namen haben, werden im Regelfall von vorne bis hinten ausgenutzt.

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Ich setze mir eigentlich keine konkreten Ziele, sondern arbeite einfach jeden Tag so viel es geht und wo es dann hinführt, führt es eben hin. Vor einem Jahr hätte ich zum Beispiel nie gedacht, dass ich heute da stehe, wo ich jetzt bin. Aber ich sage mal, natürlich möchte ich eines Tages davon leben können und gegebenenfalls mit meiner Musik weltweit herumkommen.

Worauf dürfen sich deine Fans demnächst freuen?

Ich habe während Corona ziemlich viele Lieder vorproduziert und je nachdem in welche Richtung sich der Trend auf Spotify entwickelt, werde ich entscheiden, welche Single als Nächstes veröffentlicht wird. Außerdem lege ich nach wie vor regelmäßig am Wochenende im Wildwechsel und demnächst auch in anderen Clubs auf.

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