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Von Dosen und Weihnachtsliedern

Die Straße ist weihnachtlich geschmückt, es riecht nach Lebkuchen und Tee und mit ein bisschen Fantasie fallen sogar leichte Schneeflocken vom Himmel. Ich gehe die kleine Straße in meinem Ort entlang und freue mich auf Weihnachten. Ich summe „Jingle Bells“ vor mich hin und meine Winterstiefel geben ein klackendes Geräusch von sich (über ein Knirschen würde ich mich mehr freuen – immerhin hätten wir dann weiße Weihnachten).

Mädchen auf Weihnachtsmarkt

Klack, Klack, Klack, … KRRRRRRSCCCHH. Das war wohl nicht das Klacken meiner Stiefel. Ich schaue auf den Boden – und sehe eine Dose, auf die ich gerade gestiegen bin. Ich wundere mich kurz, warum hier eine Dose auf dem Boden liegt (wahrscheinlich war jemand besonders in Eile oder hat sie verloren), denke aber nicht lange nach und hebe die Dose auf. Ich gehe weiter und ärgere mich, dass ich mich jetzt nicht an die nächste Zeile von „Jingle Bells“ erinnern kann. Stattdessen habe ich jetzt dank der Dose „Last Christmas“ im Kopf. Ich hasse dieses Lied – dieses Jahr habe ich es schon im September im Radio gehört! IM SEPTEMBER!!! Ein paar Meter weiter sehe ich einen Mistkübel – da werfe ich die Dose am besten hinein! Nicht, dass noch jemand anders anstatt von „Jingle Bells“ „Last Christmas“ im Ohr hat.

Upcycling
Zu Hause angekommen, erzähle ich meiner kleinen Schwester von dem frustrierenden Liedwechsel. Sie sieht mich ganz verwundert an: „Du hast einfach eine Dose von der Straße aufgehoben? Ist ja ekelhaft, wer weiß, wo die schon war??“ Nicht mal darauf, dass ich „Last Christmas“ das erste Mal im September im Radio gehört habe, geht sie ein. „Ich hatte ja Handschuhe an und außerdem – der Mistkübel war nur ein paar Schritte weiter, da lasse ich sie doch nicht liegen!“, sage ich ihr. „Nein, du hättest sie mit nach Hause nehmen können!“, höre ich meinen Bruder von gegenüber rufen. Jetzt wundere ich mich aber doch. Und ärgere mich, dass ich schon wieder den Rhythmus von „Jingle Bells“ verloren habe. Diese blöde antimusikalische Dose. Ich frage ihn, warum ich die Dose mit nach Hause hätte nehmen sollen. „Na, dann hätten wir sie zu etwas richtig Coolem upcyceln können. Ich habe schon jede Menge Sachen gesammelt, die ich in Geschenke verwandeln kann.“ Er zeigt dabei stolz auf seine Sammlung Müll.

Müll oder Schmuckdose?
Meine Schwester mischt sich wieder ein: „Ich hebe sicher nicht den Müll anderer Leute auf, nur damit du was zum Basteln hast!“ „Warum nicht?“, frage ich sie, „es kann doch sein, dass jemand die Dose einfach verloren und nicht absichtlich weggeworfen hat – darum hat sie es jetzt auch nicht verdient, einfach auf der Straße herumzuliegen. Sieht noch dazu richtig blöd aus.“ Ich drehe mich zu meinem Bruder: „Das nächste Mal, wenn ich eine Dose sehe, nehme ich sie mit – wir könnten zum Beispiel ein Schmuckkästchen für Mama und Papa daraus machen!“

Wie auch du etwas upcyclen oder selber machen kannst, erfährst du hier!

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