Strafverfahren

Für Jugendliche (ab dem 14. Geburtstag bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres) findet bei gerichtlichen Straftatbeständen, sofern im Jugendgerichtsgesetz nicht anders geregelt, das Allgemeine Strafgesetz Anwendung. Für Jugendliche bzw. Erwachsene, die bei der Tatbegehung noch jugendlich waren, wird das Höchstmaß der im Strafgesetzbuch angedrohten Geld- oder Freiheitsstrafen auf die Hälfte herabgesetzt, ein Mindestmaß entfällt.
Eine Besonderheit bei Jugendstraftaten ist die Möglichkeit des Rücktritts von der Verfolgung einer strafbaren Handlung.

Rücktritt von der Verfolgung einer Straftat

Die Staatsanwaltschaft/das Gericht hat bei Jugendstraftaten von der Verfolgung einer strafbaren Handlung zurückzutreten bzw. das Verfahren einzustellen, wenn die Schuld nicht schwer ist und die Durchführung eines Strafverfahrens nicht notwendig erscheint, um jemanden von weiteren strafbaren Handlungen abzuhalten.

Es gibt verschiedene Rücktrittsmöglichkeiten:

  • Außergerichtlicher Tatausgleich: Wenn du bereit bist, für deine Tat einzustehen und die Folgen der Tat nach Kräften bzw. in geeigneter Weise auszugleichen, kann die Staatsanwaltschaft oder das Gericht ein Strafverfahren ohne formelle Gerichtsverhandlung einstellen. Voraussetzung dafür ist, dass mit Hilfe einer neutralen Person zur Konfliktregelung (Sozialarbeiterin bzw. Sozialarbeiter) ein außergerichtlicher Tatausgleich zwischen verdächtiger und geschädigter Person stattfindet. Ein außergerichtlicher Tatausgleich ist für alle Beteiligten freiwillig und kann von ihnen bei der Staatsanwaltschaft oder beim Gericht beantragt werden.
  • Die Bestimmung einer Probezeit von ein bis zwei Jahren. Zusätzlich hat das Gericht die Möglichkeit, den Rücktritt von einer ausdrücklichen Erklärung deinerseits abhängig zu machen, dass du während der Probezeit bestimmte Pflichten erfüllst oder dich durch die Bewährungshilfe betreuen lässt.
  • Erbringung gemeinnütziger Leistungen, die jedoch täglich nicht mehr als 6 Stunden, wöchentlich nicht mehr als 20 und insgesamt nicht mehr als 120 Stunden dauern dürfen.
  • Zahlung eines Geldbetrages, wenn anzunehmen ist, dass der Geldbetrag aus Mitteln gezahlt wird, über die du selbständig verfügen darfst, ohne deinen Lebensunterhalt zu gefährden.
Letzte Änderung am 23.02.2016 um 10:57 Uhr
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