Springe zur Hauptnavigation (1) Springe zur Targetnavigation (2) Springe zur Suche (3) Springe zu den Breadcrumbs (4) Springe zum Inhalt (5) Springe zum Footer (6)

Verantwortungsvolle Freiwilligenarbeit & Faires Reisen

Freiwilliges Engagement im Ausland ist eine sehr schöne und wichtige Tätigkeit. Es gibt viele Bereiche, wo du tätig sein kannst, wie zum Beispiel im Umwelt- oder Tierschutz, in einem Bauprojekt, als MitarbeiterIn in einem landwirtschaftlichen Betrieb oder in einem sozialen Projekt. All diese Bereiche bringen aber auch eine Verantwortung mit sich, denn deine Mitarbeit hinterlässt Spuren!

Hier erfährst du alles über verantwortungsvolles Reisen und das Zusammenspiel von freiwilligem Engagement im Ausland und einer Urlaubsreise.
Mädchen, das Globus im Sonnenuntergangs hält, Rückenansicht

Warum trage ich dabei Verantwortung?

Eines ist klar: jede helfende Hand in einem Freiwilligenprojekt ist sehr wertvoll und trägt viel Positives zum Leben von Menschen, Pflanzen und Tieren bei. Ohne ehrenamtliches Engagement gäbe es eine Vielzahl der Projekte gar nicht. 

Aber es bedeutet auch Verantwortung, denn während deiner Anwesenheit wirst du Menschen begegnen. Egal ob Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, hilfesuchende Personen, die soziale Community vor Ort, Kinder und Jugendliche oder auch Tiere - es entstehen immer Beziehungen. Deshalb ist es wichtig, Abbrüche zu vermeiden, dich auf das Projektende und deinen Abschied vorzubereiten und deine Abreise schon bald gut zu planen. Das Ziel dabei ist, eine möglichst kleine Lücke zu hinterlassen.
 

Was bedeutet verantwortungsvolle Freiwilligenarbeit und faires Reisen?

Beim freiwilligen Arbeiten geht es um mehr als deine persönlichen Erfahrungen. Freiwilligenarbeit soll dir und anderen nutzen.

Es bedeutet zum Beispiel, dass

  • die Menschen, bei denen du aktiv wirst, von deiner Anwesenheit nachhaltig profitieren.
  • du dir Gedanken über deine Motivation und deine Rolle als Freiwillige/r machst.
  • du dich intensiv auf das Land, die Sprache und die Kultur deines Ziellandes vorbereitest.
  • du dich mit Themen wie z.B. Entwicklungszusammenarbeit oder Rassismus auseinandersetzt.

(Quelle: „FAIRantwortungsvoll – Freiwillig Arbeiten im Ausland“ - Österreichische Jugendinfos)

Gut gemeint ≠ gut gemacht

Angenommen, du arbeitest in einem Waisenhaus irgendwo auf der Welt, in dem Kinder und Jugendliche ohne ihre Eltern aufwachsen. Du baust schnell intensive, positive Beziehungen zu den Kindern auf und leistest einen wertvollen Beitrag zu deren täglichem Leben.

Die Zeit vergeht schnell, nach einigen Monaten endet das Projekt und der Abschied wurde nicht bewusst gestaltet und vorbereitet. Oder: du verlierst das Interesse an der Tätigkeit und brichst ab.

Die Folge kann sein, dass die Kinder dich vermissen werden und sie einen Beziehungsabbruch erleben müssen, den sie oft noch gar nicht verstehen können.

Um das zu vermeiden ist es sehr wichtig, Vereinbarungen einzuhalten und dir immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, dass diese Erfahrung auch ein Ende haben wird – in deinem wie auch im Interesse der Menschen vor Ort.

Gegenseitiger Nutzen vs. Armuts- oder Elendstourismus

Freiwilliges Engagement bei Projekten im Ausland macht sich gut in einem Lebenslauf und kann dir Vorteile bei Bewerbungen und dergleichen verschaffen. Manche Projektteilnahmen können auch den Zivildienst ersetzen.

Jedoch ist es schon vorgekommen, dass Menschen, vorrangig aus westlichen Wohlstandsgesellschaften, an Projekten in ärmeren Ländern teilgenommen haben, um sich diesen Vorteil zu verschaffen. 

Dies sollte keinesfalls die vorrangige Motivation sein, um an einem solchen Projekt teilzunehmen, da es zu einem regelrechten „Armuts- oder Elendstourismus“ führen kann. Damit werden Menschen wiederum ausgenutzt, was langfristig nicht zu einer Verbesserung ihrer Lebenssituation führt.
 

Mögliche Problemlagen + Empfehlungen

  • Kurzfristig eingesetztes freiwilliges Personal muss eingeschult werden. Das bedeutet einen Mehraufwand für das Personal vor Ort, da die Einschulungen meist erst dort stattfinden. Häufiger Personalwechsel führt zu mehr Arbeit als Nutzen -  suche daher nach Projekten, in die du bereits erworbene Fertigkeiten und Fähigkeiten bestmöglich einbringen kannst!
  • Um möglichst viele Freiwillige zur Mitarbeit zu bekommen, senken manche Anbieter die Anforderungen an das Personal sehr stark. Das führt zu Überforderungen und Abbrüchen. Hinterfrage deswegen die Anforderungen kritisch und sprich wenn möglich mit Personen, die schon mitgearbeitet haben!
  • Wie bereits weiter oben angeführt, soll der gegenseitige Nutzen im Vordergrund stehen. Vor allem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bedarf hoher Sozialkompetenz und ist daher ein sehr sensibler Bereich. Deswegen gilt: Reflektiere vorab deine Motivation, um an genau diesem Projekt teilzunehmen!
     

Woher weiß ich, welches Projekt „gut“ ist?

Bei der Auswahl deines Projektes kannst du dich zum Beispiel an Organisationen orientieren, die die Qualitätsstandards von WeltWegWeiser erfüllen. Diese Organisationen unterstützen ihre Projekte über Jahre hinweg. Sie bereiten die Jugendlichen sehr gut auf ihren Freiwilligeneinsatz vor und es gibt eine qualifizierte Begleitung während des Einsatzes. 

To Do

Informieren

Informiere dich rechtzeitig (ca. 1 Jahr vorher) und ausreichend über die Organisation und das Projekt, in dem du arbeiten möchtest. 

Vorbereiten

Bereite dich gut auf deinen Aufenthalt vor und beachte Dinge wie Kosten, Projektanforderungen oder Einreisebestimmungen.

Beratung

Hol dir Beratung und Unterstützung bei Unklarheiten oder Schwierigkeiten!

Sei dir deiner Verantwortung bewusst!

Noch mehr Infos zu Auslandsaufenthalten

Weitere Infos zu freiwilligem Engagement im Ausland findest du auch auf unserer Seite unter Freiwillige Einsätze oder Workcamps im Ausland. Der Selbstcheck des Jugendportals kann dir helfen, das richtige Projekt und die passende Tätigkeit für dich zu finden.

 

Das könnte dich auch interessieren...