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Essstörungen

Mädchen und junge Frauen sind besonders gefährdet an Essstörungen, wie Magersucht, Bulimie oder Esssucht zu erkranken. Rund 5 Prozent der weiblichen Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren leiden an einer solchen Erkrankung. Aber auch zunehmend junge Männer leiden an Essstörungen.

Teller, Gabel und Messer auf gelben Hintergrund

Wie entwickeln sich Essstörungen?

Essstörungen entwickeln sich „schleichend“: Sie beginnen häufig mit Unzufriedenheit über das Körpergewicht bzw. mit einer Diät und können im Laufe der Zeit eine Eigendynamik entwickeln, bis sich alles nur mehr ums Essen oder Nicht-Essen und das Körpergewicht dreht. Schwere Essstörungen können zu massiven gesundheitlichen Schäden und sozialen Problemen führen. Je früher Betroffene und ihre Familien bereit sind, Unterstützung anzunehmen, umso besser und nachhaltiger sind die Erfolgsaussichten. 

Zu den häufigsten Essstörungen zählen:

Anorexie = Magersucht
Bulimie = Ess-Brech-Sucht
Binge Eating Disorder = Ess-Sucht ohne Erbrechen

Woran erkenne ich ein gestörtes Essverhalten?

Die folgenden Punkte können dir einen Hinweis darauf geben, ob du an einem gestörten Essverhalten leidest:

  • Deine Gedanken kreisen um Essen, Nicht-Essen, Figur, Gewicht?
  • Dein Selbstbild passt nicht zum Bild, das andere von dir haben? Du nimmst deinen Körper anders wahr, als du andere? 
  • Du hältst streng Diät?
  • Du hast unkontrollierte Essanfälle?
  • Du bist antriebsschwach, gibst Aktivitäten auf und ziehst dich zurück?
  • Du wiegst dich mehrmals täglich? 
  • Du fühlst dich down und deprimiert? 
  • Du nimmst Mittel zum Entwässern oder Abführmittel ein? 
  • Du stehst unter hohem Leistungszwang?
  • Du weigerst dich, mit anderen zusammen zu essen?
  • Du treibst exzessiv Sport, um Kalorien zu verbrennen? 
  • Du erbrichst nach dem Essen? 
     
Achtung

In jedem Fall ist es wichtig, sich Unterstützung und Hilfe zu holen, wenn Essen, Aussehen, Körpergewicht und/oder Sport zur Belastung werden und man sich im eigenen Körper nicht mehr wohlfühlt.

Magersucht

Magersüchtige fühlen sich immer zu dick, auch wenn sie untergewichtig sind.
Der Zwang, immer noch schlanker zu werden ist so groß, dass wenig bis gar nichts gegessen wird. Fällt das Gewicht unter den Body-Mass-Index von 17,5 spricht man von Magersucht. Das typische Erkrankungsalter ist um die Pubertät herum.


Merkmale: 

  • Starke Gewichtsabnahme
  • Ständiges Kontrollieren des eigenen Körpergewichts
  • Kalorienarme Ernährung
  • Reduktion der Kalorienanzahl bis hin zur Nulldiät
  • Andauernde Beschäftigung mit Essen (für andere kochen, aber selbst nichts essen)
  • Sport wird exzessiv betrieben
  • Perfektionismus
  • Geringes Selbstwertgefühl

Mögliche Ursachen:

  • Krankhafte Furcht dick zu werden
  • Ungelöste Konflikte beim Erwachsenwerden
  • Schwierigkeiten bei der Identifizierung mit der weiblichen Geschlechterrolle
  • Ungünstige psychische Verwobenheit der Familienmitglieder untereinander
  • Mangelnde oder falsche Wahrnehmung des eigenen Körpers
    (Störung des Körperschemas)

Folgeschäden:

  • Kreislaufbeschwerden / Kollapsneigung
  • Ausbleiben der Menstruation
  • Zunehmender körperlicher Verfall bis zum Tod
  • Schlafstörungen
  • Veränderung der Persönlichkeit
  • Nervosität
  • Stimmungsschwankungen
  • Sozialer Rückzug

Bulimie

Menschen, die an Bulimie leiden, halten ihre Krankheit oft geheim. Sie stopfen Lebensmittel in sich hinein und führen anschließend, aus Angst vor eventueller Gewichtszunahme, Erbrechen herbei.
Bei solchen Ess-Anfällen werden bis zu 5.000 Kalorien verzehrt.

Merkmale:

  • Über einen Zeitraum von 3 Monaten hinweg mindestens zweimal pro Woche Essattacken.
  • Große Mengen an meist kalorienreichen Nahrungsmitteln werden verzehrt.
  • Maßnahmen zum Ungeschehen-Machen der Kalorienaufnahme sind Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln oder extreme sportliche Betätigungen.
  • Krankhafte Furcht, dick zu werden.

Mögliche Ursachen:

  • Nach außen gerichtete Persönlichkeiten
  • Nähe-Distanz-Problem zur Mutter
  • Erlebte sexuelle Übergriffe
  • Panische Angst vor Gewichtszunahme
  • Schlankheitsideal
  • Gesellschaftliche Faktoren
  • Identifikation als Frau nicht gelungen
  • Wenig Selbstvertrauen

Folgeschäden: 

  • Zahnschmelz-, Haar- und Hautschäden
  • Herzrhythmusstörungen
  • Sozialer Rückzug
  • Depressive Verstimmung
  • Selbstabwertung
  • Entgleisung des Elektrolythaushaltes
  • Magen-Darmprobleme

Binge-Eating-Disorder oder Ess-Attacken-Störung

Ess-Süchtige versuchen durch übermäßiges Essen mit Gefühlen wie Angst, Trauer, Wut, Einsamkeit oder Langeweile fertig zu werden.

Anfangs wechseln Fress-Attacken mit Diäten, bis schließlich nur noch Heißhungeranfälle bleiben.

Eine Ess-Attacken-Störung liegt vor, wenn die "Fressanfälle" mindestens zweimal pro Woche auftreten und dies über einen Zeitraum von sechs Monaten hinweg. Betroffene fallen durch ihr schnelles Essen und Hinunterschlingen der Nahrungsmittel auf. Sie essen so lange weiter, bis sie ein unangenehmes Völlegefühl oder Übelkeit verspüren. Rückzug, Ekelgefühle und in der Folge depressive Verstimmungen sind die Folge.

Betroffen sind Menschen, die sich unabhängig von ihrem Gewicht übergewichtig und nicht wohl in ihrem Körper fühlen und in der Vergangenheit bereits mehrere Diätversuche gemacht haben.

Anders als bei Magersucht oder Bulimie sind von dieser Form der Essstörung viele Männer betroffen.

Merkmale:

  • Heißhungerattacken  mit dem Verlust von Selbstkontrolle
  • Keine Maßnahmen zur Gewichtsreduktion
  • Essattacken werden als belastend empfunden
  • Starke Gewichtsschwankungen oder extremes Übergewicht  (Body-Mass-Index > 30)

Mögliche Ursachen:

  • Mangelndes Selbstwertgefühl und Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper
  • Seelische Probleme
  • Einsamkeit
  • Emotionale Schwierigkeiten
Hol dir Hilfe

Bei Fragen wende dich an das JugendService in deiner Nähe oder unsere Onlineberatung - anonym und kostenlos.

Beratungsstellen zu Ess-Störungen

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