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Psychische Erkrankungen

Eine Beziehung zerbricht, es gibt Schwierigkeiten in der Schule oder im Beruf, die Eltern lassen sich scheiden, ein wichtiger Mensch stirbt... Jeder Sinn scheint auf einmal verloren. Und plötzlich ist sie da und verschlingt dich fast: die Krise. Auch psychische Erkrankungen können im Jugendalter auftreten. Wie du mit schwierigen Zeiten umgehen kannst und wo du Hilfe und Unterstützung findest, zeigen wir dir.
Mädchen, das in zerbrochenen Spiegel schaut

Krise - Wenn die Seele das Gleichgewicht verliert

Eine Krise kann zu jeder Zeit auftreten und ist Teil unseres Lebens.
Sie zeigt dir,

  • dass du durch eine Situation überfordert bist,
  • dass du nur schwer alleine damit fertig wirst,
  • dass es für dich unterstützend ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen. 
Krise als Chance

Krisen bedeuten Wendepunkte im Leben, die eine Veränderung und Neuorientierung möglich machen. Neue Lebensziele können entstehen.

Wie erkenne ich eine Krise?

Es gibt unterschiedliche Indikatoren, an denen du eine Krise erkennen kannst. Häufige Anzeichen sind:

  • Gefühl von Mutlosigkeit
  • depressive Verstimmung
  • Rückzug
  • Antriebslosigkeit, Gefühl der Gelähmtheit
  • Angst, Trauer, Wut
  • in sich gekehrt sein
  • gereiztes, aggressives Verhalten
  • Gedanken und Gefühle, die fremd oder verkehrt für dich wirken und von anderen nicht nachempfunden werden können
     

Krisen als Chance

Hier eine kleine Anleitung, wie du eine Krise bewältigen kannst, damit du gestärkt daraus hervorgehst:

Akzeptieren und darüber reden

Gesteh dir ein, dass du in eine Krise geraten bist und versuche, dich jemandem anzuvertrauen. Im Idealfall sind das eine Freundin bzw. ein Freund, die Eltern oder andere Bezugspersonen, die verständnisvoll zuhören können. Trau dich, professionelle Hilfe in Beratungsstellen oder bei einer Ärztin oder einem Arzt in Anspruch zu nehmen!

Gefühle zulassen

Was auch immer du fühlst – Verzweiflung, Zorn, Angst, Trauer, Hass – es ist in Ordnung. Du darfst diese Gefühle auch zeigen und ausleben. Wichtig ist, dass du die richtige Form findest, die weder dir noch Mitmenschen schadet.

Vertrauen

Sei zuversichtlich, dass sich eine Lösung finden wird. Lass dich bei der Suche nach Lösungen unterstützen.

Sich Gutes tun

Versuche, dir auch in schwierigen Zeiten Gutes zu tun, um aus dem Tief wieder herauszukommen. Musik hören, lesen, Sport, mit Freunden ausgehen, bewusst entspannen... es gibt unendlich viele Möglichkeiten!

Schreib' uns!

Für Rat und Unterstützung kannst du dich ganz einfach an unsere anonyme und vertrauliche Onlineberatung​​​​​​​ wenden!

Psychische Erkrankung

Unter psychischer oder seelischer Erkrankung versteht man Einschränkungen im Denken, Fühlen, Verhalten und der Wahrnehmung. So wie der Körper ist auch unsere Psyche verletzlich.
Ganz allgemein kann jeder Mensch psychisch erkranken und nicht immer gibt es nur eine Ursache dafür. So sind auch die Behandlungsmöglichkeiten vielfältig und von Person zu Person unterschiedlich.

Mit psychischen Erkrankungen und deren Heilung beschäftigen sich besonders die Psychiatrie (medizinischer Zugang) und die Psychotherapie (therapeutischer Zugang). Genauere Erklärungen zu den einzelnen Begriffen findest du ein Stück weiter unten auf der Seite.

Psychotherapie - Hilfe für die Seele

Wenn dir Selbsthilfe und Hilfe im privaten Netz der Familie oder im Freundeskreis nicht mehr helfen, kommt irgendwann der Tag, an dem du zum ersten Mal darüber nachdenkst, dir psychotherapeutische Hilfe zu suchen. 

Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich aussehen: 

  • unbefriedigende Situation in Beziehungen, Schule oder im Job 
  • Lebenskrise & Probleme 
  • Essstörung, Ängste, Depressionen, Panikattacken

Wie lange dauert eine Psychotherapie?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Ziel einer Psychotherapie ist es, die Symptome, Verhaltensstörungen oder Probleme, die dich in die Therapie geführt haben, ausreichend zu verändern und Lösungsmöglichkeiten finden zu können, die für dich funktionieren. Die Therapiedauer hängt von mehreren Punkten ab:

  • persönliches Erleben
  • der jeweiligen Problemstellung 
  • teilweise auch von der angewandten psychotherapeutischen Methode 

Eine Besserung der Symptome tritt manchmal schon nach wenigen Sitzungen ein, manchmal braucht man mehr Geduld und Durchhaltevermögen.
 

Kann ich mir Psychotherapie überhaupt leisten?

Es gibt für Jugendliche einige Beratungsstellen, die kostenlos Psychotherapie anbieten. Erkundige dich im JugendService in deiner Nähe.
Manche Therapeutinnen und Therapeuten haben sozial gestaffelte Preise, sodass eine Stunde für dich nicht mehr kostet als eine Nachhilfestunde. Ohne Vergünstigungen sind Therapiestunden bei privaten Stellen sehr teuer und liegen zwischen 50 und 100 Euro pro Einheit. 
Es gibt eine Fülle an Therapieeinrichtungen und es ist nicht leicht, sich zu orientieren. Die bekanntesten sind: Gesprächstherapie, Familientherapie, Gestalttherapie, Psychoanalyse und Verhaltenstherapie.

Was ist der Unterschied zwischen Psychologe, Psychiater und Psychotherapeut?

Die folgende Auflistung hilft dir, einen Überblick über Fachpersonen und deren Angebote für Menschen mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen zu bekommen:

Psychologinnen und Psychologen

Psychologinnen und Psychologen haben ein Studium der Psychologie absolviert und dürfen ohne weitere Zusatzausbildung nicht mit psychisch erkrankten Menschen bzw. im klinischen Bereich tätig werden.

Klinische- und Gesundheitspsychologinnen und -psychologen

Diese Berufsgruppe hat ein Psychologiestudium als Basisausbildung und in der Folge eine darauf aufbauende Berufsausbildung absolviert. Ihre Aufgabengebiete umfassen Beratung sowie Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen.

Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen

Psychotherapie ist ein Heilverfahren zur Behandlung von psychischen, psychosozialen oder psychosomatischen Leidenszuständen. Im Rahmen regelmäßiger Gespräche mit einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin soll die Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes herbeigeführt werden. Die Psychotherapie-Ausbildung ist gesetzlich geregelt und für Menschen aus verschiedensten Grundberufen zugänglich.

Psychiater und Psychiaterinnen

Psychiaterinnen und Psychiater sind Ärzte bzw. Ärztinnen, die im Anschluss an ihr Medizinstudium die Facharztausbildung in Psychiatrie absolviert haben. Ihre Aufgabengebiete umfassen die Diagnostik und Behandlung von psychischen Leidenszuständen und Erkrankungen. Diese Berufsgruppe ist für die Behandlung mit Medikamenten sowie die Überprüfung der Wirkung und Nebenwirkungen zuständig.

Weitere Infos...

...oder Beratung bekommst du direkt im JugendService in deiner Nähe.​​​​ Oder nutze unsere anonyme Onlineberatung.

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