Springe zur Hauptnavigation (1) Springe zur Targetnavigation (2) Springe zur Suche (3) Springe zu den Breadcrumbs (4) Springe zum Inhalt (5) Springe zum Footer (6)

Psychische Erkrankungen & Mental Health

Eine Beziehung zerbricht, es gibt Schwierigkeiten in der Schule oder im Beruf, die Eltern lassen sich scheiden, ein wichtiger Mensch stirbt... Und plötzlich ist sie da und verschlingt dich fast: die Krise. Wie du diese schwierigen Zeiten bewältigen kannst und wo du Unterstützung findest, erfährst du hier.
Mädchen, das in zerbrochenen Spiegel schaut

Krise - Wenn die Seele das Gleichgewicht verliert

Krisen gehören zum Leben dazu und zeigen sich bei jedem Menschen anders.

Oft werden sie durch bestimmte Ereignisse oder Veränderungen ausgelöst, wie etwa:

  • Verluste oder Trennungen, z. B. Scheidung, Tod einer nahestehenden Person oder Verlust des Arbeitsplatzes, …)
  • Anhaltende Überforderung in Schule, Ausbildung, Beruf und Alltag
  • Misserfolge und Enttäuschungen, unerfüllte Erwartungen oder Selbstzweifel
  • Plötzliche einschneidende Veränderungen wie Krankheit, Unfall, finanzielle Probleme, Umzug, …
  • Innere Konflikte oder seelische Belastungen, wie unverarbeitete Erlebnisse, Selbstzweifel, Schuldgefühle, Einsamkeit, …

Wie erkenne ich eine Krise?

Es gibt unterschiedliche Merkmale, an denen du eine Krise erkennen kannst. 
Häufige Anzeichen sind:

  • Anhaltende Niedergeschlagenheit, innere Leere oder das Gefühl nicht mehr weiterzuwissen
  • Rückzug oder verändertes Verhalten
  • Starke oder ungewohnte Gefühle wie Angst, Trauer, Wut
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Erschöpfung, das Gefühl, wie gelähmt zu sein
  • Belastende oder irritierende Gedanken, die sich fremd oder nicht mehr stimmig anfühlen
  • Körperliche Beschwerden ohne erkennbare Ursache, wie Schlafprobleme, Herzrasen oder Schmerzen
  • Ungesunde Bewältigungsstrategien, wie etwa übermäßiger Medienkonsum, Alkohol oder andere Suchtmittel
  • Selbstverletzendes Verhalten

Krisen als Chance?

Krisen bedeuten Wendepunkte im Leben, die eine Veränderung und Neuorientierung möglich machen. Neue Lebensziele können entstehen – auch wenn es sich im ersten Moment nicht so anfühlt. Hier findest du Anregungen, die dich dabei unterstützen können, gut durch diese herausfordernde Zeit zu kommen:

 

Akzeptieren und darüber reden

Es kann hilfreich sein, dir einzugestehen, dass im Moment einfach alles zu viel ist. Oft tut es gut, sich jemandem anzuvertrauen – einer Freundin, einem Freund, den Eltern oder anderen vertrauten Menschen, die dich ernst nehmen und für dich da sind. Auch eine Beratungsstelle oder ärztliche Unterstützung können helfen, neue Perspektiven zu finden und wieder ins Tun zu kommen.

Gefühle zulassen

Auch unangenehme Gefühle dürfen da sein – sie sind in Ordnung. Wichtig ist, nach und nach herauszufinden, was dir im Umgang mit ihnen hilft und guttut. In unserem Kraftbuch findest du viele praktische Anregungen und Methoden.

Vertrauen

Im Leben wechseln sich gute und schwierige Zeiten ab. Eine Krise ist kein Dauerzustand. Du kannst darauf vertrauen, dass es wieder leichter wird. Sich Unterstützung zu holen ist ein mutiger Schritt. 

Sich Gutes tun

Auch wenn es schwerfällt, versuche dir gerade in schwierigen Zeiten bewusst etwas Gutes zu tun. Es muss nichts Großes sein – wichtig ist, dass du etwas machst, das dir guttut und dich auf andere Gedanken bringt. Wenn dir im Moment nichts einfällt, überlege, was dir früher gutgetan hat.

Zum Beispiel:
⦁    Musik hören
⦁    lesen oder schreiben
⦁    etwas Kreatives machen
⦁    spazieren gehen oder Sport machen
⦁    jemanden treffen oder telefonieren
⦁    eine Fantasiereise oder eine andere Entspannungsübung


Vielleicht ist ja etwas dabei, das du ausprobieren möchtest. 

Schreib' uns!

Für Rat und Unterstützung kannst du dich ganz einfach an unsere anonyme und vertrauliche Onlineberatung​​​​​​​ wenden!

Resilienz – die psychische Widerstandsfähigkeit

Alle Menschen erleben im Laufe ihres Lebens schwierige Situationen. Und dennoch gehen sie unterschiedlich damit um. Manche fühlen sich schneller überfordert, andere finden trotz Belastung wieder Halt.
Ein Grund dafür sind die unterschiedlichen Voraussetzungen, die jeder Mensch mitbringt. Es gibt Faktoren, die belasten – und solche, die stärken.

Risikofaktoren

Risikofaktoren sind Umstände oder Erfahrungen, die es schwerer machen können, mit Herausforderungen umzugehen. Zum Beispiel:

• körperliche oder psychische Vorerkrankungen
• anhaltender Stress
• finanzielle Sorgen
• ein geringes Selbstwertgefühl
• Krankheit oder Tod nahestehender Menschen
• Trennungen oder belastende Konflikte
• zu hohe Ansprüche oder Erwartungen an sich selbst 

Schutzfaktoren

Schutzfaktoren hingegen geben Halt und wirken stabilisierend. Sie können Belastungen nicht verhindern, aber sie helfen, sie besser zu bewältigen. 
Dazu gehören etwa: 

• verlässliche Beziehungen
• eine gute körperliche Gesundheit
• finanzielle Sicherheit
• Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
• positive Erfahrungen
• gut für sich selbst sorgen (z. B. Hobbys, Bewegung, Entspannung)
• innere Zuversicht

Tipp

Hier erfährst du, wie du deine Widerstandsfähigkeit stärken kannst. 

Wie kommt es zu psychischen Erkrankungen?

Grundsätzlich kann jeder Mensch psychisch erkranken – so wie auch jeder körperlich krank werden kann.
Eine psychische Erkrankung zeigt sich darin, dass sich das Denken, Fühlen, Verhalten oder die Wahrnehmung eines Menschen deutlich verändern.
Menschen mit einer psychischen Erkrankung erleben und verarbeiten Dinge oft anders als die meisten anderen – und das kann sehr belastend sein.
Dazu zählen zum Beispiel Depressionen, Angststörungen, Essstörungen,..

In belastenden Situationen greifst du meist ganz automatisch auf deine inneren Stärken und Ressourcen zurück.
Werden die Belastungen jedoch zu groß, kann das deine psychische Gesundheit beeinträchtigen.
Nicht alle Menschen erkranken in derselben Situation – manche haben mehr Ressourcen oder Unterstützung zur Verfügung.
Wenn du psychisch erkrankst, liegt das nicht an dir. Unterstützung von außen kann dir dabei helfen, wieder mehr ins Gleichgewicht zu kommen und handlungsfähiger zu werden. 

Wo bekommst du Unterstützung?

Gespräche mit Familie, Freunden oder Bekannten sind oft hilfreich. Manchmal reicht das aber nicht aus, damit sich deine Situation verbessert. Dann ist es sinnvoll, sich Hilfe von außen zu holen.
Ein erster Ansprechpartner ist oft dein Hausarzt. Du kannst dich auch an eine psychosoziale Beratungsstelle oder an das JugendService in deiner Nähe wenden. 

Gründe dafür können zum Beispiel sein:
• Stress in der Schule oder im Job
• Streit in der Familie, mit Freund:innen oder in der Beziehung
• Probleme im Umgang mit sozialen Medien
• belastende Situationen, Ängste oder andere Herausforderungen

Wie lange dauert eine Psychotherapie?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Die Dauer ist unterschiedlich und hängt von deiner Situation ab. Manchmal reichen schon wenige Sitzungen, manchmal braucht es mehr Zeit, damit sich etwas verändern kann und es dir besser geht. 
 

Kann ich mir Psychotherapie überhaupt leisten?

Die Kosten für eine Therapieeinheit liegen meist zwischen 70 und 140 Euro. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung zu erhalten:

⦁    Für Jugendliche stehen Beratungsstellen mit kostenloser Psychotherapie zur Verfügung.
 
⦁    Viele Therapeut:innen bieten sozial gestaffelte Preise an. 

⦁    Die Clearingstelle für Psychotherapie und Psyhelp – Plattform für psychische Gesundheit unterstützen bei der Suche nach einem kostenlosen oder geförderten Therapieplatz. 

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Sozialversicherung einen Teil der Kosten rückerstatten.

Kostenfreie Psychotherapie für Jugendliche

Das Angebot von „Gesund aus der Krise“ richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis inklusive 21 Jahre. Bei Fragen dazu kannst du dich auch an das JugendService in deiner Nähe wenden.

Psy... was? Orientierung im Dschungel der Fachpersonen

Die folgende Auflistung gibt dir einen Überblick über Fachpersonen und ihre Angebote bei psychischen Belastungen oder Erkrankungen. 

Psycholog:innen

Psycholog:innen haben ein Studium der Psychologie absolviert. Ohne zusätzliche Ausbildung dürfen sie keine psychisch erkrankten Menschen behandeln bzw. nicht im klinischen Bereich tätig werden. 

Klinische- und Gesundheitspsycholog:innen

Diese Berufsgruppe hat ein Psychologiestudium als Basisausbildung und in der Folge eine darauf aufbauende Berufsausbildung absolviert. Ihre Aufgabengebiete umfassen Beratung sowie Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen.

Psychotherapeut:innen

Psychotherapie ist ein anerkanntes Verfahren zur Behandlung von psychischen Belastungen und Erkrankungen. In der Therapie wird mit unterschiedlichen Methoden daran gearbeitet, Beschwerden zu lindern und die psychische Gesundheit zu stabilisieren oder zu verbessern. Die Ausbildung ist gesetzlich geregelt und steht Menschen aus unterschiedlichen Grundberufen offen.

Psychiater:innen

Psychiaterinnen und Psychiater sind Ärzt:innen, die nach ihrem Medizinstudium eine Facharztausbildung in Psychiatrie absolviert haben. Sie sind für die Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen zuständig. Außerdem dürfen sie Medikamente verschreiben und deren Wirkung sowie Nebenwirkungen überprüfen.

Weitere Infos...

…und Beratung bekommst du direkt im JugendService in deiner Nähe oder über unsere anonyme Onlineberatung.

Hilfe rund um die Uhr

Rat auf Draht

Telefon-, E-Mail- und Chat-Beratung für Kinder und Jugendliche; Tel.: 147 Web: www.rataufdraht.at

Telefonseelsorge

Telefon-, E-Mail-, Whats-App- und Chat-Beratung; Tel.: 142 Web: www.telefonseelsorge.at

Krisenhilfe Oberösterreich

Telefon- und E-Mailberatung sowie mobile Einsätze; Tel.: 0732 21 77 Web: www.krisenhilfeooe.at 

Was tun, wenn Freunde betroffen sind?

Das könnte dich auch interessieren...