Infos zum Jobben

Collage aller Ferialjobplakate

Wir haben hier für dich die wichtigsten (rechtlichen) Infos zum Thema Ferial- und Nebenjob zusammengefasst. Sie sollen dir helfen, dich ein wenig im "Gesetzesdschungel" zu orientieren.

Außerdem bekommst du noch Tipps und Links, wo du nach einem Ferialjob suchen kannst!

 

Alle diese und weitere Infos findest du in unserer Broschüre Ferien- und Nebenjobsuche.

Ab wann darf ich arbeiten?

Bis zu deinem 15. Geburtstag und bis zur Beendigung der Schulpflicht darfst du nicht arbeiten, das würde unter Kinderarbeit fallen und ist verboten.

Details zum Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz findest du auf der Homepage des Bundeskanzleramtes:
>> Mehr Infos

Was ist ein Ferialjob?

Ein Ferialjob ist ein kurzfristiges und befristetes Arbeitsverhältnis, das Schülerinnen und Schüler oder Studierende während der Ferien eingehen.

Bevor du auf die Suche gehst, solltest du dir überlegen, welche Voraussetzungen du mitbringst und welche Jobmöglichkeiten du damit hast.
So werden zum Beispiel im Gastronomiebereich oder in der Kinderbetreuung oft einschlägige Vorerfahrungen verlangt oder FerialjobberInnen erst ab 18 Jahren eingestellt (wegen des Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetzes).

Willst du im Sommer im Ausland jobben, solltest du mindestens 16 Jahre alt sein, Grundkenntnisse in der jeweiligen Sprache haben und schon zu Beginn des Schuljahres oder spätestens zu Jahresbeginn mit den Vorbereitungen dazu beginnen.
Unterlagen dazu gibt es in der JugendService Regionalstelle in deiner Nähe.

Was ist ein Nebenjob?

Nebenjobs sind Arbeiten, die Jugendliche neben der Schule oder ihrem Studium annehmen.
Jedenfalls sind es keine Vollzeitbeschäftigungen oder längerfristige regelmäßige Arbeitsverhältnisse, sondern eher kurzfristige Anstellungen, etwa als Urlaubsvertretung oder als Aushilfe bei Inventuren.
In der Praxis kann ein Nebenjob alles Mögliche sein, zum Beispiel:
Aushilfskraft im Handel, Wochenenddienste in der Gastronomie, Standbetreuer bei Ausstellungen, Messehostessen, u.a.m. 

Ein Arbeitsverhältnis gilt dann als geringfügig, wenn die Entlohnung 425,70 Euro pro Monat (Wert 1.1.2017) nicht übersteigt. In diesem Fall bist du durch deinen Arbeitgeber unfallversichert. Zusätzlich kannst du dich freiwillig pensions- und krankenversichern.

Du solltest darauf achten, dass du angemeldet bist, also dass deine Tätigkeit der Sozialversicherung gemeldet ist.

Praktikum, Volontariat oder Ferialarbeit?

Arbeit ist nicht gleich Arbeit – und schon gar nicht wenn es um die Unterscheidung geht, ob es sich bei deinem Sommerjob um ein Praktikum, ein Volontariat oder eine Ferialarbeit handelt. Hier gibt es einige bedeutende Unterschiede, die vor allem aus Sicht der Sozialversicherung wichtig sind:

Praktikum:
Bei einem Praktikum absolvieren Schülerinnen und Schüler oder Studierende eine im Rahmen des Lehrplanes bzw. der Studienordnung vorgeschriebene Tätigkeit. Sie müssen im Betrieb auch dementsprechend eingesetzt werden.
Bei Pflichtpraktika stehen der Lehr- und Ausbildungszweck im Vordergrund und nicht so sehr die Arbeitsleistung.
Erhält die Praktikantin, der Praktikant ein Entgelt bzw. "Taschengeld" über der Geringfügigkeitsgrenze (€ 425,70 - Wert 1.1.2017), wird er vom Arbeitgeber vollversichert (Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung). Bei einer geringfügigen Beschäftigung ist ein Unfallversicherungsschutz gegeben. Die Anmeldungen erfolgen jeweils vom Arbeitgeber.

Volontariat:
Personen, die sich ausschließlich zur Ausbildung, jedoch ohne Arbeitsverpflichtung und ohne Entgeltanspruch in einem Betrieb betätigen, werden als Volontäre bezeichnet. Diese müssen vom Dienstgeber nur bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt angemeldet werden.

Ferialarbeit:
Ferialarbeiterinnen und Ferialarbeiter sind Schülerinnen und Schüler oder Studierende, die in den Ferien als Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit gegen Entgelt arbeiten. Der Dienstgeber ist zur Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse verpflichtet. Dies garantiert den Versicherungsschutz und sichert zusätzlich arbeitsrechtliche Ansprüche.

Wie viel und wie lange darf ich arbeiten?

Für Jugendliche beträgt die gesetzliche Normalarbeitszeit in Österreich 40 Stunden pro Woche.

Du darfst  pro Tag maximal 8 Stunden arbeiten, pro Woche maximal 40 Stunden. Sonn- und Feiertagsarbeit ist für Jugendliche verboten. Ausnahmen gibt es aber zum Beispiel im Gastgewerbe.
Überstunden sind nur für Jugendliche über 16 Jahren und nur für Vor- und Abschlussarbeiten zulässig. Die Mehrarbeitsleistung ist mit einer halben Stunde pro Tag und mit drei Stunden pro Woche beschränkt. Für Überstunden gebührt ein Zuschlag von 50 Prozent.

Ruhepausen und Freizeit:
Du hast Anspruch auf eine Ruhepause von mindestens einer halben Stunde, sofern die Gesamtdauer der täglichen Arbeitszeit mehr als 4,5 Stunden beträgt. Außerdem gilt: 12 Stunden Ruhezeit nach der Arbeit und zwei zusammenhängende Kalendertage frei.

Leider kann es auch bei Ferial- und Nebenjobs immer wieder zu Problemen kommen, wie z.B. dass du länger arbeiten musst als vereinbart oder Überstunden nicht bezahlt werden. Wende dich bei Schwierigkeiten an deine Arbeiterkammer-Bezirksstelle.

Wie viel darf ich nebenbei verdienen?

Bei jedem Nebenverdienst musst du aufpassen, dass du nicht zu viel dazu verdienst und deinen Anspruch auf Familienbeihilfe nicht gefährdest!

Für den Bezug von Familienbeihilfe gilt für unter 18-jährige:
Für dich gibt es keine Verdienstgrenzen, du erhältst die Familienbeihilfe auf jeden Fall.

Für den Bezug von Familienbeihilfe gilt für über 18-jährige:
Pro Kalenderjahr darfst du maximal 10.000 Euro (Stand 1.1.2017) dazuverdienen. Die monatlichen Verdienstfreigrenzen fallen weg. Über 18-jährige können also selbst bestimmen, wie viel sie monatlich verdienen – solange das Jahreseinkommen unter 10.000 Euro bleibt.

Vorsicht: Wer die Jahresgrenze überschreitet, muss die Familienbeihilfe für das ganze Jahr zurückzahlen!
Daher unser Tipp: geh auf Nummer sicher ...
... und erkundige dich rechtzeitig bei deinem Wohnsitzfinanzamt, bevor du die Verdienstfreigrenze überschreitest.
>> Mehr Infos


Wenn du Studienbeihilfe, einen Studienzuschuss oder ein Selbsterhalterstipendium beziehst
beträgt die Einkommensgrenze für dich 10.000 Euro jährlich (Stand 1.1.2017). Wenn du über diese Grenze kommst, musst du mit einer Kürzung dieser Unterstützungen rechnen. Vorsicht: Freie Dienstverträge fallen unter Selbständigkeit!
>> Mehr Infos

Arbeitnehmerveranlagung für Ferialjobs

Verdienst du über das Jahr gerechnet weniger als 11.000 Euro, bist du nicht lohnsteuerpflichtig. Hast du trotzdem Lohnsteuer bezahlt, kannst du diese innerhalb von fünf Jahren mit der Arbeitnehmerveranlagung über das Finanzamt zurückholen.

Liegt dein Einkommen aus einem Pflichtpraktikum oder Ferialjob unter der lohnsteuerpflichtigen Grenze, kannst du trotzdem einen Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung stellen und erhältst bis zu 110 Euro an Negativsteuer zurück. Voraussetzung ist, dass du Sozialversicherung zahlst.

Das Antragsformular erhältst du bei deinem Wohnsitzfinanzamt.

Wo finde ich einen Ferial- oder Nebenjob?

  • Erkundige dich beim AMS
  • Stellenanzeigen in Zeitungen (v.a. in Wochenendausgaben)
  • Initiativbewerbungen schreiben: D.h. du bewirbst dich einfach bei einer Firma, ohne dass eine konkrete Stelle ausgeschrieben ist.
  • Branchenverzeichnisse durchsehen (z.B. Gelbe Seiten)
  • Personalbereitstellungsfirmen: Auf Grund der Jugendschutzbestimmungen werden Jugendliche unter 18 kaum vermittelt, aber ab 18 hast du gute Chancen, dort auch kurzfristig einen Job zu bekommen.
  • Sehr viele Jugendliche finden ihren Ferialjob durch persönliche Kontakte. Unser Tipp daher: Informiere möglichst viele Leute in deinem Verwandten- und Bekanntenkreis über deine Ferialjobsuche!
Letzte Änderung am 15.02.2017 um 14:55 Uhr
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